AFA-Zertifizierung: Mit welchem Modul sollten Sie beginnen?
Diese Frage wird durch die Zertifizierung teilweise bereits für Sie beantwortet: Das erste Modul ist keine Wahlmöglichkeit. Der Rest hängt hingegen von dem Fachbereich ab, in dem Sie sich spezialisieren möchten.
Allgemeine Kompetenzen und Kenntnisse: Der Schlüssel zu allem
Das Modul Allgemeine Kompetenzen und Kenntnisse ist obligatorisch, und das aus einem ganz bestimmten Grund: Es eröffnet Ihnen den Zugang zu allen anderen Modulen. Solange Sie dieses nicht abgeschlossen haben, können Sie sich für keinen der drei Spezialisierungszweige anmelden: Lebensversicherung, Nichtlebensversicherung und Kranken- und Zusatzversicherung. Dies ist keine Empfehlung, sondern der unumgängliche Einstieg in die Zertifizierung.
Mit anderen Worten: Unabhängig davon, welchen Beruf Sie anstreben, beginnt Ihr Ausbildungsweg zwangsläufig mit diesem Modul, und erst nach dessen Abschluss können Sie Ihr Spezialgebiet wählen.
Das trifft sich gut, denn es ist auch das Modul, das als Ausgangspunkt am sinnvollsten ist. Es deckt die Versicherungsbranche und das gesamte juristische Fachwissen des Berufs ab: den rechtlichen Rahmen, die technischen Grundsätze sowie die Grundlagen der Versicherungsvermittlung. Es ist das Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut. Sich zunächst darauf vorzubereiten, bedeutet nicht nur, die vorgegebene Reihenfolge einzuhalten, sondern sich auch die Grundlagen zu verschaffen, um die folgenden Module zu verstehen, anstatt sie nur auswendig zu lernen.
Zudem ist es das teuerste Modul, das man wiederholen muss (400 CHF), weshalb es im eigenen Interesse liegt, es auf Anhieb zu bestehen. Ein Grund mehr, es nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Den detaillierten Inhalt finden Sie auf der Seite zum Modul „Kompetenzen“.
Die Fortsetzung: Je nachdem, was Sie verkaufen möchten
Sobald das Modul „Kompetenzen“ bestanden ist, ist die Reihenfolge der übrigen Module frei wählbar und richtet sich nach den Produkten, die Sie beraten:
- Nichtleben, wenn Sie sich auf die Sach- und Vermögensversicherung konzentrieren: Hausrat, Kfz, Haftpflicht, KMU.
- Kranken- und Zusatzversicherung, wenn Sie Ihre Kunden bei der Grundkrankenversicherung und den Zusatzversicherungen betreuen.
- Lebensversicherung, wenn Sie im Bereich Vorsorge beraten: Lebensversicherung, 3. Säule, BVG.
Sie sind nicht verpflichtet, alle vier Prüfungen abzulegen. Sie können sich durchaus nur in der oder den Sparten zertifizieren lassen, in denen Sie tätig sind, und die anderen später hinzufügen, falls sich Ihre Tätigkeit weiterentwickelt.
Müssen alle Prüfungen auf einmal abgelegt werden?
Nein, und das ist sogar selten eine gute Idee. Jedes Modul hat sein eigenes Prüfungsformat: einen Fragebogen für „Kompetenzen“, einen praktischen Beratungsfall für „Krankenversicherung“, eine umfassende Prüfung für „Nichtleben“ und eine mündliche Prüfung für „Lebensversicherung“. Sich auf alle gleichzeitig vorzubereiten, bedeutet, sich auf sehr unterschiedliche Aufgaben zu verzetteln.
Die solideste Strategie: Zunächst „Kompetenzen“ abschließen, dann Modul für Modul voranschreiten und jedes einzelne erfolgreich absolvieren, bevor Sie zum nächsten übergehen. Auf diese Weise erlangen Sie die branchenübergreifende Zertifizierung, ohne sich jemals zu verzetteln.
Das Wichtigste im Überblick
- Sie beginnen zwingend mit „Kompetenzen und Allgemeinwissen“.
- Die weitere Vorgehensweise richtet sich nach Ihrem Berufsfeld, nicht nach einer vorgegebenen Reihenfolge.
- Ein Modul nach dem anderen, das Sie erfolgreich abschließen, bevor Sie zum nächsten übergehen: Das ist sicherer, als alles auf einmal in Angriff zu nehmen.